Pentinger Geschichte

Penting am 01. August 2005

Penting, 503 m über dem Meer, liegt auf einem Höhenzug, der das Schwarzachtal im Norden vom Bodenwöhrer Becken im Süden trennt. Diese günstige Lage bewirkt, dass der Ort, mit dem hohen Kirchturm als Wahrzeichen, besonders vom Schwarzachtal aus das Fernbild des alten Pfarrdorfes prägt. Westlich vom Ort verläuft die ehemalige Lokalbahn - Strecke Bodenwöhr – Neunburg, die seit 2001 als Fahrradweg genutzt wird.

Ansicht von Penting

 

Von der Bebauung her zeigt Penting noch einen relativ geschlossenen Charakter. Eine geplante Siedlungsstruktur ist nicht abzulesen, es handelt sich also um ein lockeres Haufendorf. Die Höfe und die Häuser haben sich im Laufe der Jahrhunderte in erster Linie um die Kirche und den Pfarrhof gruppiert. Der größte Teil des Ortes liegt eher auf einem leichten Südhang. Die Modernisierung in der Landwirtschaft, die Um- und Neubauten, der Abbruch des „alten" Schulhauses an der Ostseite des Friedhofs im Jahre 1968, sowie des noch „älteren" Schulhauses südwestlich der Kirche im Jahre 1982 wie auch des Pfarrheims im Jahre 2000 haben das Gesicht des Ortes schon stark geändert. Trotzdem ist der Dorfkern noch weitgehend intakt und manches alte Bauernhaus, manche Hofeinfahrt, manche Hofstelle und natürlich die Kirche, der Friedhof, der Pfarrhof, das neue Pfarrheim St. Nikolaus, der Kramerladen sowie das Wirtshaus tragen dazu bei, den Charakter Pentings als Pfarrdorf zu erhalten.
Zwei alte Ansichten, die Penting vor 1900 zeigen, sind noch erhalten: Einmal ist Penting auf dem Kupferstich von 1641 von Merian abgebildet, der die Belagerung Neunburgs zeigt. Zum anderen hängt im Pfarrhof in Cham ein Ölgemälde des 18. Jahrhunderts mit einer Ansicht von Penting.


Über die Anfänge der Geschichte Pentings lassen sich keine gesicherten Angaben machen. Archäologische Funde aus der Vor- und Frühgeschichte bzw. dem frühen Mittelalter wurden nicht gemacht. Die Ortsnamenendung auf „ing", Penting als altes Pfarrdorf, das Nikolaus-Patronat und eine relativ große Gemarkung belegen aber eine frühmittelalterliche Besiedlung und Christianisierung. Ein genaues Datum für die Gründung lässt sich leider nicht anführen. Relativ sicher kann man von einem adeligen Grundherrn ausgehen, der sich hier im Mittelalter ansiedelte. Seine Gründung nannte man „Penting", was soviel hieß wie "bei den Leuten des ...“. Aber nicht einmal die Lage dieses Herrensitzes ist heute mehr nachweisbar.

Beim Ortsnamen „Penting" handelt es sich mit einiger Sicherheit um einen echten alten „-ing" - Ort. Der Ortsname besteht aus der Nachsilbe „-ing“, die auf eine frühe mittelalterliche Besiedlung hinweist und aus einem Personennamen eines adeligen Grundherrn, der der Siedlung vermutlich seinen Namen gegeben hat. Die bis dato angegebenen Personennamen wie Bodmunt, Poimunt, Boitmunt oder Bohemund können aber nicht recht überzeugen. Folgende Schreibweisen treten auf:

1266 Pötinger
1273 Poemptingen
1321 Pountingen
1324 Pöntinger
1326 Pömtinger

Eine zusammenhängende Geschichte des Dorfes lässt sich leider nicht darstellen. Wir können aufgrund der Unterlagen immer nur einzelne Ereignisse herausstellen:

Im Jahre 1494, sind die Freiheiten und Rechte, die die wittelsbachischen Pfalzgrafen Rupprecht II. und Johann der Stadt Neunburg gewährten - Wochenmarkt, "Straßenzwang" über Neunburg, Braurecht - sind unter den Nachfolgern, den Pflegern, nicht immer respektiert und durchgesetzt worden. So umgingen die Kaufleute aus Böhmen Neunburg und nahmen lieber die Straße über Penting. Außerdem wurde der Wochenmarkt nicht mehr beschickt, die Neunburger kauften selbst auf dem Lande ein und auch das Neunburger Brau- und Malzrecht wurde umgangen. 1494 beschwerten sich deshalb Bürgermeister und Rat von Neunburg beim Kurfürsten Philipp. Dieser entschied so: "Wenn sie (die Neunburger) Bier brauen, darob sich Niemand beklagen mag, so soll auch ihr altes Recht bestehen und kein fremdes Bier in dem Bezirk zum Ausschenken zugelassen werden. Wegen des Wochenmarktes soll es gehalten werden wie ehemals." Wegen des Straßenzwangs schritt der Pfleger Göz von Plassenberg ein und verhandelte außerdem mit der Stadt Cham.

Auch für die Neuzeit fließen die Quellen über die Pentinger Geschichte nur kümmerlich. Über die Reformation, die Gegenreformen und die Entwicklung der Pfarrei wird später zu lesen sein.

Penting 1568

1517 gab es einen Streit zwischen Achatz II zu Thann und dem Pentinger Pfarrer Erhard Klörl
Quelle: www.notthafft.de

2. Mai 1524
Der Statthalter und die Räte der Pfalz Amberg schlichten den Streit zwischen Erhart Klörl, Pfarrer zu Penting, und der Gemeinde Penting wegen etlicher pfarrlicher Rechte und Gerechtigkeiten in Gegenwart des genannten Pfarrers und des Johann Velber, Dechants zur alten Kapelle in Regensburg, sowie der Vertreter der Gemeinde Penting, nämlich Wolffgang Stigelmair, Kirchprobst zu Penting, und Michel Entzel daselbst. — Siegler: die Regierung (Friderichs, Pfalzgrafen bei Rhein und Herzogs in Bayern) zu Amberg. 1 anh. W.-S. (s. I. Bd. S. 417 Urkunde von 1482, Juli 15). 
 
Quelle: Die Urkunden-Regesten des Kollegiatstiftes U. L. Frau zur Alten Kapelle in Regensburg. Von Kgl. Geistl. Rat Dr. theol. et phil. Joseph Schmid, Stiftsdekan.

14. November 1582 
Vertrag zwischen Thomas Gall, der heiligen Schrift Doktor, Dechant, Veit Eherman, Altherrn, und dem ganzen Kapitel z. a. K. und der Pfarrgemeinde Penting in der Neuburger Herrschaft „vorm Waldt", vertreten durch Michael Siderpier von Moissenperg, Leonhardt Öler von Haßlach, Sebastian Gleichsser von Retzriedt und Wolff Laubmair von Puech, wonach das Stiftskapitel der Pfarrgemeinde Penting den Zehent in dieser Pfarrei auf 12 Jahre d. i. bis 1595 verleiht gegen jährlich 8 Schaff 8 Meußmetzen Korn, 7 Schaff 7 Meußmetzen Haber und 1 Pfd. R. d. — Ohne Siegel (Spaltzettel). Papier. Eigenhändige Unterschrift des Simon Ströbl, notarius publicus. 652 1582 Dez. 10 Lucas Clostermair, der heiligen Schrift Lizentiat Chorherr.

Quelle: Die Urkunden-Regesten des Kollegiatstiftes U. L. Frau zur Alten Kapelle in Regensburg. Von Kgl. Geistl. Rat Dr. theol. et phil. Joseph Schmid, Stiftsdekan.

Der 30jährige Krieg verschonte Penting mit Truppendurchmärschen, Einquartierungen und Plünderungen natürlich nicht. 1626 flohen die meisten Bauern, als Soldaten aus dem Truchseßischen Regiment in Penting einquartiert wurden. Als Neunburg 1641 von den Schweden eingenommen und daraufhin von der „Kayserlichen und Bayrischen Armata" belagert wurde, lag im Raum zwischen Penting und Pingarten - Merians Kupferstich zufolge - das kaiserliche Regiment „Briganza".

1623 wird Förster Christoph Barb von Penting verklagt, dass er den ganzen Forst ruiniert habe; er habe zuviel Brenn- und Bauholz fällen lassen, die „Wildfuhr" leide, die Hirten weiden im Holz, in der Rechnung habe er zuwenig ausgewiesen und außerdem gegen Schmalz und Fleisch Holz abgegeben. Hauptsächlich belastet ihn der Förster Brabenbauer von Taxöldern. Barb rechtfertigt sich, dass er Weib und vier Kinder zu ernähren habe, dass man eben mit seinem Lohn als Förster allein unmöglich auskommen könne und "kein Förster kann sich allda mit Ehren halten". Im Übrigen lasse er sich nicht vom Taxöldener Förster Brabenbauer „kommantieren". Außerdem entlasten ihn die Pentinger: Sie wären mit ihm außerordentlich zufrieden; einen so guten Förster, „der ihnen so zu Willen war", hätten sie noch nie gehabt. Der Taxöldener Förster hätte ihn auch nur aus Neid verklagt. Trotz seiner Argumente wird der Pentinger Förster wie folgt bestraft: Der 86jährige Barb wird ins Amtshaus gebracht, in Ketten gelegt, verurteilt und des Landes verwiesen. Später bemüht er sich um die Stelle eines Torwarts in Nittenau.

1633 kamen die Schweden auch nach Penting. Alle Bewohner flohen, bis auf den Förster Mehrer. Er wurde von den Schweden gefangen genommen. Für den schwedischen Feldherrn Bernhard von Weimar, der in Cham sein Quartier aufschlug, ging er im herzoglichen Forst von Reichenbach auf die Jagd und zwar mit „herzoglichem Jagdzeug". Nach dem Abzug der Schweden ging Mehrer zum „rebellischen" Schlossherrn Ebleben nach Thanstein. Nachts schlich er sich nach Neunburg, um seine Familie zu sehen, wurde aber erwischt, in Eisen gelegt und wahrscheinlich nach Amberg geschafft. Dort wurde ihm ein Hochverratsprozess gemacht. Seine Gattin flehte in Bittschriften um Gnade. Im Prozess gegen Mehrer trat als Kronzeuge der Förster von Taxöldern auf. Man warf Mehrer vor, dass er freiwillig mit den Schweden mitgegangen sei und dass er bei der Jagd hätte fliehen können. Wahrscheinlich wäre er hingerichtet worden, wäre er nicht im Gefängnis verstorben.

1657 fand eine Gerichtsverhandlung in Neunburg wegen Übertretung des Dienstewechseltermins an Lichtmeß statt: „Dito ist Leonhardt Schwarz, welcher Peter Schuepaurens zu Penting gedingten Pueben 3 wochen lang in der Kölblweil aufgehalten und Underschlaipff geben und daß er den Schuepauren nit einstehen, sondern bey ihme verpleiben solte, gewandelt umb 1 fl. 30 Kr." - StAAM, Amt Neunburg v.W., Amtsrechnung 1657. 
Quelle: Walter Hartinger, Bayerisches Dienstbotenleben auf dem Land vom 16. bis 18. Jahrhundert, Seite 607

1690 entstand ein erbitterter Streit zwischen Penting und Neukirchen-Balbini wegen der Traunhöfe (Spichtinger, Schmalzhofen und Dirschedl) und des Rückhofes (Ortmair und Graf). Diese Höfe lagen schon seit 1550 öde, die die Neukirchner allerdings öfters „hinterrücks" bewirtschaften wollten. Als die Regierung endlich den Aufbau und die Bewirtschaftung der Höfe durch junge Bauern zuließ, kam es zwischen Penting und Neukirchen – Balbini zum Konflikt. Die Streitfrage dabei war: Welcher Pfarrer berechtigt sei, sie zu „kopulieren", d. h. zu welcher Pfarrei diese Höfe also gehören. Letztlich wurden die Traunhöfe und der Rückhof Neukirchen-Balbini zugesprochen.

1724 fand eine Gerichtsverhandlung in Neunburg wegen dem Ausrichten eines Tanzes an Lichtmeß statt, an dem Pentinger und Umliegende beteiligt waren: „Umb daß sich Hans Vetter, Paurens Sohn zu Egelsrieth, und Hanns Wiendls Dienstkhnecht zu Poggersdorf, item Franz Wiendls zu Penting Dienstkhnecht, dann Martin Kürschners alda Dienstkhnecht underfangen, beym Löschmann allhier in der vorstatt (= Neunburg v.W.) am Heyl. Lichtmeßtag Spielleith zuhalten und zu tanzen, hat man denenselben ihr unrechtthuen ernstlich verwiesen und dem ersten 30 Kr., denen anderen 3en aber in ansechung deren armuth jedem 15 Kr., in allem also zur straf dictirt 1fl. 30 Kr.“
Quelle: Walter Hartinger, Bayerisches Dienstbotenleben auf dem Land vom 16. bis 18. Jahrhundert, Seite 608

Penting um 1832

Seit wann genau die Gemeinde Penting besteht, ist nicht feststellbar. Die erste Aufzeichnung trägt das Datum 01.01.1876. An diesem Tag wird das Standesamt in Penting eingeführt. Zum Standesamtsbezirk gehörten die Ortschaften Penting, Wutzelskühn, Gonnersdorf, Könneröd, Eichenthal, Erzhäuser, Windmais, Pechmühle, Buch, Stocksried, Albenried, Egelsried, Jagenried, Poggersdorf, Hartelshof, Wenigrötz, Fuchsenhof, Reis, Wilbersdorf.

Bürgermeister Andreas Obendorfer wird Standesbeamter. Der jeweilige Bürgermeister von Penting war auch zugleich Standesbeamter.

Am 31.12.1967 wurde das Standesamt nach langjähriger Tätigkeit schließlich aufgelöst.

Feldgeschworene waren Johann Beer, Landwirt, Penting; Johann Deinfelder, Wutzelskühn; Franz Weinfurtner, Gonnersdorf; Josef Keilhammer, Fuchsenhof. Josef Keilhammer war auch Verwalter der Wohltätigkeitsstiftung. Josef Kirschner war Armenpfleger.

Distriktsratsmitglied (heute Bezirkstag) war Josef Beer, Bauer von Reis. Michael Beer, Bauer von Penting, war Mitglied der Ortsvertretung (heute Kreistag).

Es bestanden im Jahre 1888 ein Körausschuss und ein Invalitätsausschuss, jeweils mit 3 Mann besetzt.

Interessante Unterlagen sind von 1888 vorhanden. Neben der genauen Aufzeichnung der Gemeinderäte: Michael Beer, Penting; Josef Kirschner, Penting; Josef Fenk, Penting; Michael Sinsker, Penting; Josef Keilhammer, Fuchsenhof; Josef Beer, Mauerer, Penting; Peter Lottner, Hartelshof; Josef Heimerl, Penting; sind auch die Gemeindebediensteten und deren Lohn aufgeführt:

Gemeindeschreiber Jacob Saemer, Neunburg 80 Mark jährlich
Gemeindediener Xaver Heimerl, Penting 60 Mark jährlich
Fleischbeschauer Xaver Heimerl, Penting 40 Mark jährlich
Flurwächter und Waldaufseher, Xaver Heimerl, Penting 100 Mark jährlich
Kirchenuhraufzieher, Xaver Heimerl, Penting 24 Mark jährlich


Von 1893 - 1896 wurde die Lokalbahn Bodenwöhr - Neunburg v. W. gebaut und Penting erhielt dadurch einen kleinen Bahnhof mit Bahnhofsgebäude. Seit 13. Dezember 1968 ist der Personenverkehr auf dieser Strecke eingestellt.


1. Weltkrieg

Der 1. Weltkrieg brachte viel Leid über die Bevölkerung. Viele Söhne, Väter und Ehemänner waren an der Front. Vier Pentinger starben den Heldentod. Geldentwertung, Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Hunger und Armut gingen auch an Penting nicht spurlos vorüber. Die Ziegeleien in Eichenthal und Erzhäuser gaben Arbeit und Brot. Einige Pentinger gingen zu Fuß früh morgens in die Eisengießerei nach Fronberg, arbeiteten dort 12 Stunden und gingen zu Fuß wieder nach Hause. Für ein gutes Essen arbeitete man einen ganzen Tag bei den Bauern. Für ein Paar Ochsen erhielt damals der Bauer 200 - 300 Mark. Viele Bauernhöfe wurden in diesen Jahren verkauft oder versteigert. Skrupellose Geldausleiher und Geschäftsleute waren am Werk. In der Zeit des Nationalsozialismus ging es wenigstens wirtschaftlich aufwärts. Das Reichserbhofgesetz und die Umschuldung war bei vielen Bauern die letzte Rettung.

Der Fortschritt auf technischem Gebiet machte sich auch auf dem Lande bemerkbar. In den Jahren 1924 - 1926 wurden die ersten Mähmaschinen gekauft, von Ochsen gezogen. Erst zwei bis drei Jahre später gab es, auch nur auf den größeren Höfen, die ersten Pferde. Die ersten Dreschmaschinen wurden angeschafft, mit Dampfmaschinen angetrieben. So um 1927 - 1930 wurde zur Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge der erste Handelsdünger (Thomasmehl und Kalkammonalpeter) gestreut. Den elektrischen Strom erhielt Penting im Jahre 1940.

Gründungsfest Burschenverein Penting im Mai 1932

2. Weltkrieg

Der 2. Weltkrieg veränderte nicht nur die Weltgeschichte, sondern auch das Geschehen in dem kleinen Dorf Penting. Alle gesunden und kampffähigen Männer von 18 bis 45 Jahren waren im Krieg, verteilt auf alle Fronten. Als Ersatz für die Abwesenden waren ca. 20 Kriegs- und 10 Zivilgefangene, hauptsächlich Polen, Russen, Serben und Franzosen, auf den hiesigen Bauernhöfen verteilt. Im Austragshaus der Gastwirtschaft Irlbacher waren sie untergebracht. Jeden Morgen wurden sie von einem Aufseher verschiedenen Bauern zugeordnet. In der Regel waren es sehr arbeitsame Menschen, die auch von den Bauern nicht als Gefangene, sondern als Helfer und Freunde behandelt wurden. Nach Kriegsende durften sie wieder in die Heimat zurück. Aus dem Krieg kehrten 68 Männer nicht mehr zurück. 
Die Gemeinde Penting hatte 1933 429 Einwohner

Im Januar und Februar 1945 trafen die ersten Flüchtlinge und Vertriebenen aus Ostpreußen, Westpreußen, Schlesien und dem Sudetenland, von Hunger und Leid gezeichnet, in Penting ein. Etwa 200 Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, fanden auf den Bauernhöfen in und um Penting ihre erste Bleibe. Manche sind hier auch sesshaft geworden, doch der größte Teil ist während der Nachkriegsjahre wieder verzogen.

Am 20. und 21. April 1945 zog ein grauenvoller Zug von etwa 100 geschundenen, halb verhungerten KZ-Häftlingen mit etwa 20 Aufsehern, vom KZ-Lager Flossenbürg kommend, durch die Ortschaft Penting in Richtung Egelsried, wo sie die Nacht verbrachten. Der Krieg war verloren; er ging zu Ende.

Um 16.30 Uhr am 23. April 1945 griffen 3 Panzer und 20 Fahrzeuge der amerikanischen Armee Penting an, durchkämmten jedes Haus, suchten nach deutschen Soldaten und Waffen, blieben eine Nacht und zogen am frühen Morgen, dem KZ-Zug auf den Fersen, weiter.
Einige mutige Frauen hat noch rechtzeitig ein weißes Betttuch auf den Kirchturm gehängt, so dass der Ort nicht zu Schaden kam. Nur die neugierigen Kinder kamen auf ihre Kosten. Obwohl einige Hühner und Gänse daran glauben mussten, waren die Amerikaner freundlich, vor allem zu den Kindern.
Einige Tage später befreiten die amerikanischen Truppen die noch lebenden KZ-Häftlinge bei Wetterfeld. 156 davon sind im Pentinger Friedhof beerdigt worden. Fünf Jahre später wurden die sterblichen Überreste in den KZ-Friedhof überführt. Die Schmach der Verlierer und die Rache der Geschändeten bekamen auch die Pentinger zu spüren. Am 2. Mai 1945 wurden die Leichen von mehreren Hundert KZ-Häftlingen vom Massengrab am Plattenberg (Sauloch) in den Friedhof nach Neunburg überführt. Die gesamte Bevölkerung musste die verwesten Leichen im offenen Sarg tragen.

Vom Hunger, Not und Leid ausgezehrt, nach unmenschlichen Strapazen, kehrten in den Jahren 1945 -1948 die deutschen Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft heim. Sie waren in englischen, französischen, amerikanischen und russischen Lagern.


Nachkriegszeit und Wiederaufbau

Die Jahre nach dem Krieg waren auch für die Pentinger Bürger schwierig. Der Verlust vieler Väter und Söhne hinterließen kaum schließbare Lücken in den Familien. Die vielen Vertriebenen mussten untergebracht werden. Es gab kaum etwas zu kaufen. Politische Wirrnis und die Geldentwertung machten große Schwierigkeiten. Der sprichwörtliche „Fleiß der Pentinger“ half, dies alles zu überwinden. Das Leben ging weiter.
Am 01. August 1945 wurde Albert Bauer von den amerikanischen Besatzern kommissarisch zum Bürgermeister ernannt. Am 01. Januar 1946 wurden die Ortschaften Wilbersdorf und der Weiler Dorfmühle ausgemeindet. Egelsried, Albenried, Stocksried und Lengfeld werden eingemeindet, jedoch am 1. Januar 1954 wieder ausgemeindet.

Das so genannte Wirtschaftswunder machte sich auch in Penting bemerkbar. Es werden viele Wohnhäuser und Ställe gebaut, die Technisierung der Landwirtschaft schreitet schnell voran. Die ersten Dieseltraktoren werden angeschafft und der "Beer Maurer" kauft als erster ein Auto.

 


Chronologische Auflistung einiger belegbarer Ereignisse in Penting

1633 Einmarsch der Schweden
21. März 1641 Einnahme der von Schweden besetzten Stadt Neunburg durch die Kaiserlichen. Truppenteile der Kaiserlichen waren auch in Penting. Dies ist auf einem Kupferstich der im Heeresmuseum in Wien ist belegt.
1. Januar 1876 Einführung des Standesamtes in Penting
20. Oktober 1885 Nachmittags um 2 Uhr wurde im Gausthaus Schießl die Gemeindejagd von Penting mit ca. 1327 ha vom 1 Januar 1886 für 6 Jahre an den Meistbietenden versteigert. Dies wurde durch eine Annonce am 30. September 1885 im Amts- und Anzeigeblatt bekanntgegeben.
12. März 1891 Feier des 70. Geburtstagsfestes Prinzregent Luitpold Karl Joseph Wilhelm von Bayern vor der Pfarrkirche Penting
2. Juli 1895 Primiz Franz Lehner
7. Juli 1897 Primz Gottfried Lehmer
20. Januar 1903 Im Wahlort Penting wurde mit einer Wahlbeteiligung von 85% gewählt. Die Pentinger wollten daraufhin einen eigenen Bündler dem sie bei der nächsten Wahl die gerne die Reißkosten bezahlt hätten und auch noch Anderes dazu. "Bitten wir recht schön"
17. Januar 1904 Antrag an den Finanzauschuss der Abgeordnetenkammer um Herstellung eines Eisenbahnsteges zwischen Penting und Pissau. Da der Kirch- und Schulweg im Zuge des Bau´s der Bahnverbindung Bodenwöhr - Neunburg unterbrochen wurde.
25. Februar 1905 Bekanntmachung im Amts- und Anzeigeblatt das Realitätenbesitzer Max Josef Taucher aus Blechhammer eine Zementfabrik errichten will
28. Oktober 1905 Bei einer Treibjagd die Max Josef Taucher aus Blechhammer im Pentinger und Egelsrieder Revier abgehalten wurde, wurden 157 Hasen, 2 Rehböcke und eine Schnepfe zur Strecke gebracht.
16. Dezember 1915 Nachmittags um 3 Uhr wurde im Gausthaus Schießl die Gemeindejagd von Penting mit ca. 1327 ha für 6 Jahre an den Meistbietenden versteigert. Dies wurde durch eine Annonce am 24. November 1915 im Amts- und Anzeigeblatt bekanntgegeben.
5. Dezember 1925 Hilfslehrer Schmidbauer wird zum Lehrer ernannt
April 1932 Erkundung der Erdställe (Schrazellöcher) in Reis
1932 Gründung eines Katholischen Burschenvereins in Penting
11. Juli 1937 Primiz Georg M. Scheuerer Pissau, Salesianer Don Bosco
23. April 1945 Angriff der Amerikaner 
2. Mai 1945 Überführung mehrerer hundert Leichen von KZ-Häftlingen in den Friedhof nach Neunburg
1. August 1945 Ernennung Albert Bauers zum kommisarischen Bürgermeister von Penting durch die Amerikaner
1. Januar 1946 Ausgemeindung der Ortschaften Wilbersdorf und der Weiler Dorfmühle, Eingemeindung von den Ortschaften Egelsried, Albenried, Stocksried und Lengfeld
14. bis 21. November 1948 Heilige Mission in Penting durch Redemptoristen aus Cham und Forchheim
18. Januar 1948 Der Gemeinderat Penting erhebt Einspruch gegen die eigenwillige Abstimmung in Kleinwinklarn, dass die Ortschaften Wenigrötz und Poggersdorf  durch Kleinwinklarn verwaltet werden.
1. Januar 1954 Ausgemeindung von den Ortschaften Egelsried, Albenried, Stocksried und Lengfeld
1. Dezember 1968 Einstellung des Personenverkehrs am Bahnhof Penting
 1968 Abbruch des Alten Schulhauses östlich der Kirche
16. Juni 1977 Stadtratsbeschluss zur Eingemeindung der Gemeinde Penting zur Stadt Neunburg
24. Juni 1977 Gemeinderatsbeschluss zur Eingemeindung der Altgemeinde Penting mit den Ortsteilen Fuchsenhof, Hartelshof, Wenigrötz, Poggersdorf, Neuhartelshof, Reis, Könneröd, Gonnersdorf, Eichenthal, Wutzelskühn und Unterpenting
1. Mai 1978 Eingemeindung der Gemeinde Penting zur Stadt Neunburg
23. bis 25. Juli 1982 100. jähriges Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Penting
1982 Abbruch des alten Schulhauses westlich der Kirche
5. - 7.Juli 1996 75. jähriges Gründungsfest der Soldaten- und Kriegerkameradschaft Penting
14. Juli 1998 Spatenstich des neuen Pfarrheimes im ehemaligen Pfarrgarten
5.Dezember 1999 Einweihung des neuen Pfarrheims St. Nikolaus
31. Dezember 1999 Jahrhundertparty im neuen Pfarrheim St. Nikolaus
23. Juni 2002 Weihe der Burschenvereinsfahne
18. August Abrißparty im alten Pfarrheim
3. Mai 2003 Florianstag
27. bis 29. Juli 2007 125. jähriges Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Penting
8. Juli 2012 Primiz Franz X. Becher aus Pissau
3. Mai 2014 Florianstag 
4. Dezember 2014 Infoveranstaltung Bürger Windkraftanlage im Gasthaus Irlbacher - Zeitungsartikel dazu: Onetz
22. Mai 2015 Spatenstich Bürger Windkraftanlage - Zeitungsartikel dazu: Mittelbayerische Zeitung
4. Dezember 2015 Einweihung Bürger Windkraftanlage - Bürgerwindenergie Neunburg vorm Wald
21. Mai 2016 Oberpfalz Cup - Zeitungsartikel dazu: Mittelbayerische Zeitung

 


Personen aus Penting:

Ziegler, Diepold, Benediktinerabt, * 17. März 1728 in Penting bei Neunburg v. Wald (Oberpfalz) als Sohn des Wirtes Johann Michael Z. und Anna Eva Meyer, † 21.11.1801 in Ensdorf. - Ziegler trat nach der Gymnasialausbildung in Regensburg 1751 in die Benediktinerabtei Reichenbach (Oberpfalz) ein, legte am 08.12.1752 die Ordensprofeß ab und wurde 1753 zum Priester geweiht. Er lehrte am philosophisch-theologischen Studium der Bayerischen Benediktinerkongregation, wurde 1767 Pfarrer in Wahl und bald darauf Prior in Reichenbach. Am 18.01.1773 wurde Ziegler als Nachfolger Anselm Desings zum Abt des Benediktinerklosters Ensdorf (Oberpfalz) gewählt. Er förderte in seiner Abtei die wissenschaftlichen Studien, verbesserte das Schulwesen der Umgebung (u.a. durch Einrichtung eines Pädagogiums zur Ausbildung von Volksschullehrern) und führte beim Gottesdienst den deutschen Volksgesang ein. Außerdem sorgte er für die wirtschaftliche Konsolidierung des Klosters. Ziegler war der letzte Abt von Ensdorf vor der zwangsweisen Säkularisation des Klosters (1802). Aus der Zeit seiner Lehrtätigkeit liegen theologische Thesen-Schriften vor; sein besonderes Interesse galt mathematischen und historischen Studien.


569 Zwerge oder Wichtlein in der Gegend von Kelheim

Eine der verbreitetsten Sagen. »Die Nazen von Penting« bei Neunburg vorm Wald sind nichts anderes als ebendiese Wichtlein. Aus dem Keller eines dortigen Bauernhofs führt ein unterirdischer, großteils verschütteter Gang ins Freie vor das Dorf hinaus. In diesem Gewölbe haben die »Nazen« als friedsame, gute, dienstwillige Geister, deren neun in einem Backofen dreschen konnten, lange Zeit gewohnt, bis ein karger Besitzer des Hofes ihnen die Überreste der Speisen versagte, die sie als Lohn ihrer Dienstleistungen stets vom Tisch geholt hatten. Seitdem verschwanden sie und ließen sich nie wieder sehen.

Vieles wissen die Umwohner von Kelheim im Altmühltal und an den Ufern der Donau von den Zwergen oder Wichtlein zu erzählen, die den Menschen als wahrhaft gute Geister in allen Hantierungen gern und hilfreich und nützlich werden. So hat es schon mancher Knecht erfahren, der abends müde vom halb bestellten Acker nach Hause fuhr, daß er des Morgens das frische Feld gepflügt und wohlbestellt fand, weil die Wichtlein des Nachts mit Eggen, Pflügen und Säen für ihn gearbeitet hatten. Und so haben sie sich oft mit dem Mähen der Wiesen den Dank der Landleute verdient. Denn wenn die Mäher sich Abends zur Ruhe begaben, haben die Wichtlein frischweg ihre Sensen zur Hand genommen, und am Morgen lag zur Freude der Schnitter das Heu auf den Wiesen.

Gar gern haben die Zwerglein auch in den Häusern die Geschäfte der Hausfrauen und Mägde übernommen. Ist einmal die Magd mit dem Aufräumen und Scheuern nicht fertig geworden, oder war das Abspülen der Geschirre vergessen oder die Wäsche nicht ganz zum Aufhängen gekommen, gleich haben sich die Wichtelmännlein abends eingefunden und die Nacht mit Spülen und Schwenken, Wischen und Waschen, Fegen und Scheuern bis zum anbrechenden Morgen gar emsig zugebracht, so daß man Rahmen und Schränke wohlgereinigt und Schüsseln und Teller spiegelblank angetroffen hat.

Die Wichtlein müssen eine Freude daran haben, den Menschen etwas Gutes und Liebes zu erweisen. So wollen Landleute oftmals unter Bäumen im Feld gedeckte Tischlein mit Braten, Wein und Fischen angetroffen haben. Andere sind mit alten (römischen) Goldmünzen von ihnen beschenkt davongegangen.

Quelle:
http://gutenberg.spiegel.de


Ehemalige Bahnstrecke Bodenwöhr (Nord) — Rötz

Eröffnung: Bodenwöhr — Neunburg (vorm Wald): 03.08.1896;
Neunburg (vorm Wald) — Rötz: 7.8.1915
Länge: 28,44 km

Betriebsstellen: Bodenwöhr Bhf. (km 0,0); Erzhäuser (km 4,2); Penting (km 7,1); Neunburg [vorm Wald] Bhf. (km 10,7); Neunburg [vorm Wald] Ort (km 11,8); Kröblitz (km 13,7); Obermurnthal (km 15,9); Frankenschleife (km 17,7); Eixendorf (km 20,1); Seebarn [Opf.] (km 21,9); Hillstett (km 24,8); Rötz (km 28,44).

Stilllegung: Pv Bodenwöhr — Rötz: 14.12.1969

Diese ebenfalls 11 km lange Nebenlinie im Oberpfälzer Wald ist der Rest der einstigen Verbindung Bodenwöhr Nord - Rötz. Am 13.12.69 wurde der Reisezugverkehr der Gesamtstrecke und der Gesamtverkehr ab Neunburg eingestellt und die Strecke bald darauf demontiert.

Streckenverlauf:

Sofort nach Verlassen des Bahnhofs Bodenwöhr Nord bei Postlohe verschwand die Strecke im Wald, den sie erst kurz vor dem Ort Erzhäuser wieder verließ. Nach einer Straßenüberquerung ging es recht frei unterhalb des Ortes in starker Steigung zur ehemaligen Betriebsstelle Erzhäuser (km 4,2), wo noch eine alte Ziegelei zu sehen ist. Oberhalb des Grasenbaches lief das Gleis vorbei an Eichenthal, dann am Waldrand entlang, passierte unterhalb des Gemeindeberges den Lindenweiher (sehr schöne Fotostelle) und verläßt den Wald um durch freies Gelände oder durch Felder Penting entgegenzustreben. Zwischenzeitlich liegt die Trasse in einem tiefen Einschnitt. Nach zwei Brücken über die Bahn ist die ehemalige Betriebsstelle Penting (km 7, 1) erreicht, die noch ihr hübsches Empfangsgebäude besitzt. Die Strecke tauchte nun erneut in dichten Wald ein und verließ diesen nach einem starken Gefälle erst kurz vor Wilbersdorf. Nach freiem Verlauf und Unterquerung einer Straße ist in km 10,7 der unbesetzte Endbahnhof Neunburg vorm Wald erreicht. Erwähnt seien noch das Empfangsgebäude sowie ein Lagerhaus mit kleiner Drehscheibe.

Der Güterverkehr (Mo, Mi, Fr) wird von Hofer 211 erledigt (Bodenwöhr Nord ab ca. 13.15 Uhr, Rückkunft ca. 14.45 Uhr). Zweimal im Jahr verkehren auch Pilgersonderzüge.

Das Stilllegungsverfahren für diese Strecke ist am 31.5.1983 eingeleitet worden.

Heute verläuft auf der ehemaligen Bahntrasse ein Radwanderweg.
Weitere Infos unter: touristik.landkreis-schwandorf.de